Wenn Sie ein System mit Zwischenkreiskondensatoren einschalten, verhalten sich diese im ersten Moment wie ein Kurzschluss. Ohne Begrenzung würde der Strom viel zu hoch schießen.
Ein Vorladewiderstand löst dieses Problem, vorausgesetzt, er ist richtig berechnet und dimensioniert.
In diesem Artikel sehen wir uns folgendes an:
In dem Moment, in dem Sie ein System mit Zwischenkreiskondensatoren einschalten, sind diese leer. Physikalisch gesehen wirken sie in diesem Sekundenbruchteil wie ein Kurzschluss.
Ohne einen Widerstand zur Begrenzung würde der Einschaltstrom extrem hochschießen.
Die Folgen in der Praxis:
Durch die korrekte Berechnung und Dimensionierung des Vorladewiderstands stellen wir sicher, dass der Kondensator kontrolliert geladen wird, bevor die Hauptschütze schließen.
Um den Vorladewiderstand präzise zu berechnen, arbeiten wir mit drei wesentlichen Werten:
Wir nutzen hierfür die Zeitkonstante Tau (τ). In der Elektrotechnik gilt ein Kondensator nach einer Zeit von 5 * τ als geladen.
Wenn Sie auf dieser Basis den Vorladewiderstand berechnen, stellen Sie eine vollständige Ladung vor dem Zuschalten der Hauptschütze sicher.
Der höchste Strom fließt genau im Einschaltmoment (t = 0). Dieser Wert darf die Belastungsgrenzen Ihrer Schütze und Sicherungen nicht überschreiten.
Auch diesen Wert müssen Sie zwingend ermitteln, wenn Sie den Vorladewiderstand berechnen. Denn das ist oft der entscheidende Punkt für die Bauteilauswahl.
Der Widerstand muss die gesamte Energie des Ladevorgangs in Wärme umwandeln können, ohne Schaden zu nehmen.
Wenn das System regelmäßig vorlädt (z. B. 3-mal in 10 Sekunden), ist eine grobe Abschätzung:
P_avg =(E_sum)/(t_sum)=3*E /10 s
Diese durchschnittliche Erwärmung entscheidet, ob sich Wärme „aufsummiert“ (Stichwort Taktung/Wärmestau) und das Bauteil thermisch überlastet.
Prüfen Sie im Datenblatt insbesondere:
Um zu verdeutlichen, wie Sie in der Praxis den Vorladewiderstand berechnen, nehmen wir folgendes Szenario an:
Schritt 1: Widerstandswert ermitteln
Zuerst prüfen wir den minimal erlaubten Widerstand aufgrund der Stromgrenze:
Danach berechnen wir den Wert basierend auf der Zeitvorgabe:
In diesem Fall ist ein Widerstand von 120 Ω bis 200 Ω ideal. Je nach Priorität (schnelleres Laden vs. geringerer Einschaltstrom) könnte man hier einen niedrigeren oder höheren Wert wählen. Wichtig: auf die Bauteiltoleranzen darf nicht vergessen werden!
Schritt 2: Energie pro Vorladevorgang berechnen
Dieser Wert ist entscheidend für die Bauteilauswahl, wenn Sie den Vorladewiderstand berechnen:
Die reine Berechnung der Werte für den Vorladewiderstand ist die Theorie. In der Praxis entscheiden oft physikalische Details darüber, ob ein Widerstand dauerhaft hält.
Hier sind die zwei häufigsten Herausforderungen und wie man sie technologisch löst:
Beim Vorladen muss in Millisekunden eine enorme Energiemenge (E) aufgenommen werden. Ein herkömmlicher Widerstand kann durch diese punktuelle Hitze im Inneren beschädigt werden, noch bevor die Wärme das Gehäuse erreicht.
✓ Die Lösung: Achten Sie auf eine hohe Pulsfestigkeit. Technologien wie Wirewound-Widerstände können in sehr kurzer Zeit sehr hohe Energiemengen ohne Schäden aufnehmen. Das verhindert Hotspots und ermöglicht eine zuverlässige Funktion bei kompakter Bauweise.
Wird das System häufig ein- und ausgeschaltet, kann der Widerstand zwischen den Zyklen nicht vollständig abkühlen. Die Wärme staut sich auf.
✓ Die Lösung: Wählen Sie einen Widerstand mit hoher Durchschnittsleistung (P) aus und achten Sie auf ausreichend Kühlung.
Miba bietet ein breites Portfolio an Hochleistungs-Widerständen in Dickschicht-Technologie an.
Diese sind speziell für hohe Dauerlast und kompakte Bauweisen entwickelt worden.
Haben Sie Fragen zur Berechnung des Vorladewiderstands oder suchen Sie den passenden Widerstand für Ihr Projekt?