Sputter Lager sind Gleitlager, bei denen mittels Sputterverfahren aufgebrachte Dünnschichten, für ein robustes Verhalten unter Hochlastbedingungen sorgen.
Für Motorentwickler bedeutet das:
minimale Mischreibung und höchste Verschleißfestigkeit für zuverlässigen Dauerbetrieb und schnelle Starts.
Erfahren Sie im nachfolgenden Artikel mehr über die Herstellung, Funktion und Aufbau von Sputter Lagern für Diesel- und Gasmotoren.
Ein Sputter-Lager funktioniert grundsätzlich wie ein klassisches hydrodynamisches Gleitlager:
Zwischen Welle und Lagerschale bildet sich bei relativer Bewegung ein tragender Ölfilm. Die Welle läuft im Idealfall nicht metallisch auf der Lageroberfläche, sondern „schwimmt“ auf dem Ölfilm. Die Last wird über den hydrodynamischen Druck im Schmierfilm getragen. Kritisch sind Start, Stopp, Lastwechsel, niedrige Drehzahl, hohe Zünddruckspitzen oder Verschmutzung, weil dort Mischreibung entstehen kann.
Der Unterschied liegt also nicht im hydrodynamischen Prinzip selbst, sondern in der Oberflächentechnologie der Lagerschale
Sputtern (auch Kathodenzerstäubung genannt) ist ein PVD-Verfahren, bei dem Atome aus einem festen Material durch energiereiche Argon-Ionen herausgelöst und als hauchdünne, kompakte Schicht unter Vakuum auf die Lageroberfläche aufgebracht werden. Vorab wird die Oberfläche mit Ionen gesäubert, um hohe Haftfestigkeit zu erzielen, dann entsteht durch Magnetron-Sputtern eine gleichmäßige Schicht mit höchst feinkörniger Zusammensetzung.
Das Ergebnis sind Lageroberflächen, die zur Minimierung von Reibung und Verschleiß beitragen, Betriebstemperaturen von bis zu 200 °C standhalten und auch bei Vibrationen sowie hohen mechanischen Belastungen eine hohe Lebensdauer ermöglichen können.
In Großmotoren arbeiten Sputter Lager dort, wo die Belastung am höchsten ist - an Haupt- und Pleuellagerstellen.
Die mittels Sputterverfahren aufgebrachte Dünnschicht bildet dabei eine hoch belastbare, Gleitoberfläche. Die Laufschicht ist dabei deutlich dünner, härter und auch sehr viel verschleißfester als bei herkömmlichen Lagerschalen mit z.B. galvanisch aufgebrachter Laufschicht.
So können Großmotoren mit höheren Verbrennungsdrücken und häufigeren Mischreibungszuständen betrieben werden, ohne dass die Lagerstelle zum kritischen Faktor für Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit wird.
Sputter Lager sind mehrschichtige Verbundgleitlager, bei denen eine konventionelle Lagerbasis mit z.B. einer gesputterten Aluminiumlegierungs-Laufschicht kombiniert wird.
Ein typischer Aufbau eines Sputter Lagers vereinfacht dargestellt ist:
Miba Sputter Lager sichern die Stromversorgung in KI‑Rechenzentren, indem sie in hocheffizienten Gasgroßmotoren und Dieselaggregaten direkt vor Ort für zuverlässige Dauerleistung und schnelle Notstarts sorgen.
In Gasgroßmotoren für die on‑site Stromerzeugung sichern hydrodynamische Miba Gleitlager mit Sputteroberfläche und Synthec®‑Einlaufschicht eine hohe Tragfähigkeit – je nach Auslegung bis in den Bereich von 160 MPa – und kombinieren minimale Mischreibung und hohe Verschleißfestigkeit mit schnellen Starts im Notfallbetrieb.
So tragen Sputter Lager entscheidend dazu bei, dass KI-Daten-Center auch bei stark wachsendem Energiebedarf und Netzinstabilitäten stabil, effizient und mit bis zu 99,999 Prozent Verfügbarkeit betrieben werden können.
Mehr dazu lesen Sie auch in unserem Jahresbericht Artikel
Neben der Lagertechnologie entwickelt und fertigt der Sondermaschinenbau Miba Automation Systems eigene Sputteranlagen für die PVD‑Beschichtung von Hochleistungsbauteilen.
Unsere Sputteranlagen werden unter anderem für die Beschichtung von Motorlagern, Getriebekomponenten und Luftfahrtteilen eingesetzt und sind auf extrem präzise, homogene Schichten im Mikrometerbereich ausgelegt.
Durch die enge interne Zusammenarbeit von Lagerentwicklung und Anlagenbau – von der Auslegung der Magnetron‑Sputterprozesse bis zur maßgeschneiderten Automatisierung – kann Miba komplette Lösungen aus einer Hand anbieten.
Auch andere Hersteller von Aluminium Gleitlagern wie KS Gleitlager setzen auf Sputteranlagen von Miba. Mehr dazu lesen Sie im MTZ Beitrag
Sputterlager für hochaufgeladene Dieselmotoren (MTZ)