Verschleiß reduzieren durch intelligenten Druckspeicher
Hydrostatische Lagerung steht für verschleißarmen Betrieb und höchste Laufruhe, allerdings mit hohem Systemaufwand.
In enger Zusammenarbeit zwischen Kunde und Miba kann eine Alternative zur klassischen hydrostatischen Lagerung umgesetzt werden: Die im Betrieb entstehenden Drücke im Schmierspalt können genutzt, gespeichert und gezielt über ein Ventil in Phasen der Mischreibung injiziert werden. So können das Losbrechmoment gesenkt, Lagerverschleiß reduziert und das Start-Stopp-Verhalten verbessert werden. Dies kann ohne Zusatzpumpen, ohne externe Energiequelle und mit dem bestehenden Öl gelingen. Das Ergebnis: eine kundenspezifisch auslegbare, effiziente Alternative zur hydrostatischen Lagerung.
Hydrostatische Lagerung hält Welle und Lager durch ein von außen zugeführtes Druckmedium – meist Öl – vollständig voneinander getrennt. Schon im Stillstand ist der Schmierfilm aktiv aufgebaut, sodass die Komponenten voneinander getrennt sind und keine Mischreibung auftritt.
Im Unterschied dazu entsteht der tragende Schmierfilm bei hydrodynamischen Lagern erst durch die Drehbewegung und den Eigenpump-Effekt der Welle.
Hydrostatische Lagerung bietet damit höhere Laufruhe und praktisch verschleißfreien Betrieb, erfordert aber ein komplexes, energieintensives Druckschmiersystem mit Pumpen, aktiv gesteuerten Komponenten und Überwachung. Sie kommt vor allem dort zum Einsatz, wo wiederholt Start-Stopp-Zyklen, Lastwechsel oder langsame Drehzahlen durchlaufen werden.
Auch wenn hydrostatische Lagerung im Dauerlauf nahezu ideal ist, bringt die hydrostatische Lagerung zusätzliche Komplexität. Pumpen, Leitungen, Steuerungen und eine separate Energieversorgung erhöhen sowohl den Platzbedarf als auch die Systemkosten.
Genau hier wird angesetzt. Statt den gesamten Aufwand eines klassischen hydrostatischen Systems zu betreiben, werden die im Betrieb ohnehin entstehenden Öldrücke im Schmierspalt genutzt, gespeichert und das Öl kontrolliert über ein Ventilsystem gezielt injiziert.
So kann das
Damit wird eine alternative Methode geschaffen, die die Vorteile der hydrostatischen Lagerung aufgreift und mit deutlich geringerem Systemaufwand und höherer Effizienz auskommt.
Im hydrodynamischen Betrieb baut sich im Schmierspalt ein tragender Schmierfilm auf. Dieser Druck wird nicht ungenutzt gelassen, sondern gezielt abgegriffen.
Das vorhandene Öl wird in einem Druckbehälter gespeichert. Über ein Ventil wird das gespeicherte Öl genau dann in den Schmierspalt eingespritzt, wenn die Lagerung in den Bereich der Mischreibung kommt. Typischerweise beim Start, Stopp oder bei sehr niedrigen Drehzahlen.
Diese Ölinjektion stützt den Schmierfilm in der kritischen Übergangsphase, kann somit das Losbrechmoment senken und Verschleiß reduzieren.
Das Ergebnis: deutlich geringerer Verschleiß und ein stabileres Verhalten im Start‑Stopp‑Betrieb und bei niedrigen Drehzahlen – ohne zusätzliche Pumpen, ohne externe Energieversorgung und mit dem vorhandenen Öl.
Die Alternative zur hydrostatischen Lagerung bietet entscheidende Vorteile für das System:
Das System nutzt ausschließlich die im Lager bereits vorhandene Energie. Externe Pumpen oder zusätzliche Antriebssysteme sind nicht erforderlich. Der Ansatz arbeitet mit der bestehenden Schmierölversorgung.
Es wird kein separates Druckmedium benötigt. Das vorhandene Schmieröl übernimmt sämtliche Funktionen.
Durch die gezielte Unterstützung des Schmierfilmaufbaus werden Oberflächenkontakte minimiert, was zu reduziertem Verschleiß und längerer Lagerlebensdauer führen kann.
Eine stabile Lagerstelle in Anlagen mit wiederholten Start-Stopp-Zyklen, Lastwechseln oder langsame Drehzahlen senkt das Risiko von Schäden, die zu Ausfällen und kostenintensiven Reparaturen führen.
Die Lösung kann sich kundenspezifisch an Systemanforderungen anpassen, ohne das gesamte Lagersystem neu zu denken.
Daraus ergibt sich ein Weg, zentrale Vorteile der hydrostatischen Lagerung aufzugreifen, gleichzeitig aber Investitions‑ und Bauraumaufwand deutlich zu begrenzen.
Damit entsteht eine attraktive Alternative zur klassischen hydrostatischen Lagerung. Insbesondere für Anwendungen, bei denen zusätzliche Pumpensysteme oder große Peripherie vermieden werden sollen.
Als Entwicklungspartner unserer Kunden bringen wir Anwendungsverständnis und Lagertechnologie zusammen.
Unsere R&D Teams verbinden tiefes Know-how in Lagerung mit konkreter Erfahrung aus anspruchsvollen Start‑Stopp‑Anwendungen.
Dadurch können wir nicht nur ein Konzept liefern, sondern gemeinsam mit Ihnen das komplette Lagersystem auf Ihre Anforderungen auslegen.
Von der Simulation über Prototypen bis zur Serie begleiten wir Sie den Weg von der ersten Idee bis zur robusten Lösung. Für Sie bedeutet das: ein Partner, der nicht nur Komponenten entwickelt, sondern tragfähige Lagerlösungen
Möchten Sie prüfen, ob dieser Entwicklungsansatz für Ihre Anwendung geeignet ist? Sprechen Sie mit unseren Gleitlagerexperten über Ihr Lagerkonzept, Ihre Betriebsbedingungen und mögliche Potenziale zur Verschleißreduzierung.
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